Wednesday, March 21, 2007

Mein neuer Job

Meine Bankkarte ist eingetroffen, mein Koffer ist gepackt und ich freu mich auf meine erste Dienstreise zum Kunden. Morgen geht's los: für 3 Wochen nach Los Angeles, California.

Ich werde dort die Inbetriebnahme der MES Software von Werum in einem Pharmawerk begleiten. MES steht für Manufacturing Execution System. Die Werum-Software unterstützt die Abläufe zur Produktion von Medikamenten.

Dabei wird zunächst für jedes herzustellende Medikament ein elektronisches Rezept erstellt, ähnlich wie ein Kochrezept für ein bestimmtes Gericht. Für jeden Fertigungsauftrag wird dieses Rezept dann abgearbeitet. Alle erforderlichen Arbeitsschritte werden durch die Software in der entsprechenden Reihenfolge angezeigt, die Produktionsdaten dabei automatisch oder manuell erfaßt und jede Aktion präzise dokumentiert. Theoretisch braucht man dann überhaupt kein Papier mehr.

Dazu muß man sich klar machen, daß im Gegensatz zum häuslichen Kochen an die Herstellung von Medikamenten ganz andere Qualitätsanforderungen gestellt werden. Die Chargen müssen zurückverfolgt werden können, d.h. wenn mit einer Packung mal was nicht in Ordnung ist, müssen unter Umständen alle Medikamente zurückgezogen werden, die zusammen mit dieser Packung produziert wurden. Auch das Verfallsdatum von Zutaten und Endprodukten muß stets beachtet werden, was bei so großen Mengen relativ
schnell sehr unübersichtlich wird.

Da sowohl Auftragsverwaltung als auch Lagerhaltung direkten Einfluß auf die Produktionsprozesse haben, gibt es hierfür weitere Module der Werum-Software. Große Kunden verwalten die Aufträge in der Regel über ein ERP-System, z.B. SAP. Dann müssen Daten zwischen dem ERP-System und der MES-Software von Werum ausgetauscht werden, wozu es entsprechende Schnittstellen gibt.

Da ich aus der Softwareentwicklung komme, habe ich in meiner Einarbeitungsphase an einem kleinen Entwicklungspaket gearbeitet und so fast alle Phasen der Softwareentwicklung bei Werum im Schnelldurchlauf kennengelernt. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Spezifikation von Testfällen. D.h. man beschreibt für bestimmte Kundenanforderungen wie man sicherstellen kann, daß die Software diese Anforderungen erfüllt. Um etwas beschreiben zu können, muß man es erstmal verstehen und deshalb kenne ich auch die Software in einigen Ecken inzwischen ganz gut.

Aber die Lernphase ist noch längst nicht vorbei, denn vor Ort beim Kunden wird aus aller Theorie dann Praxis und die hat bekanntermaßen ihre eigenen Tücken. Trotzdem freue ich mich riesig auf diese Herausforderung und zum Glück ist mein Kollege Kai ja am Anfang noch mit dabei.

Übrigens wird in der Regel auch am Wochenende und nachts produziert, was für mich bedeutet, daß es vor Ort kaum Freizeit gibt. Aber ich hoffe über Ostern wird sich etwas ergeben, so daß ich vielleicht Zeit finde, die neue Aussichtsplattform am Gand Canyon zu besuchen. Dann gibt's davon natürlich Fotos...

3 comments:

Anonymous said...

Hört sich interessant an, das MES.
Hat die SW Schnittstellen zur Produktionshardware der Pharmahersteller ?

Gespannt bin ich auf die Fotos von Anke "Skywalker" am Grand Canyon (die Glasplattform war auch hier in den Nachrichten).

Gruß, Joe

Anonymous said...

Hi anke !!! Jetzt gehts los in die Materie Pillen kochen. Mache alles gut damit wir in Europa de stolz auf dich sein können!!!
Auf grand canon Bilder freue ich mich jetzt schon. L.G. inge

ruth b said...

hallo,
hast ja schon sehr viel erledigen können in der kurzen Zeit. viel spaß und Erfolg in Kalifornien! Eventuell bin ich im sommer in Arlinghton projektmäßig unterwegs.
viele grüße Ruth
p.s. um den Blick aus Deiner Wohnung bist Du zu beneiden