Sunday, April 15, 2007

3 Wochen Kalifornien

Nach über 3 Wochen im Hotel in Kalifornien, bin ich jetzt doch wieder froh in meinen eigenen 4 Wänden zu sein. Ja, mein Apartment in New Jersey fühlt sich jetzt an wie zu Hause. Aber die Zeit in Kalifornien war schön, auch wenn ich nur wenig Freizeit hatte.

Der Flug von Newark nach Los Angelos dauert ca. 6 Stunden und das ist ziemlich lange, wenn man bedenkt, dass man nach Deutschland auch nur 8 Stunden braucht. Mit 3 Stunden Zeitverschiebung ist die Umstellung aber nicht besonders schwierig. Das Klima im März/April ist sehr angenehm, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Mein Hotel ist in Seal Beach, ein netter, kleiner Ort. Der Pazifik ist zu Fuß erreichbar.
Seal Beach

Aber ich bin dienstlich in Kalifornien. Unsere Software wird am Wochenende in Betrieb genommen. Damit verbunden ist eine komplette Neuerfassung des Lagerbestands und ein Abgleich mit dem Altsystem. Danach wird die gesamte Produktion auf unser Softwaresystem umgestellt, d.h. von Gabelstaplerfahrer bis Tablettenprüfer wird jeder Arbeiter unsere Software bedienen. Die Produktion läuft in 3 Schichten, auch am Wochenende. Ich bin froh, daß mein Kollege Kai die ersten Tage noch dabei ist.

Die Arbeitstage sind lang. Ich starte meist zwischen 6 und 8 und bin oft erst nach 8 abends wieder draussen, manchmal auch erst nach 10 Uhr. Ganze 3 Sonnenuntergänge habe ich nach der Arbeit in den 3 Wochen gesehen.

Am 1. April ist Geschäftsjahresanfang, da gönnen wir uns einen freien Tag, den ich im Zoo von San Diego verbringe. Ich nehme den Pacific Coast Highway nach Süden durch OC, California, komme an Newport Beach und Laguna Beach vorbei bevor ich auf die Autobahn nach San Diego biege.
San Diego Zoo

Der Zoo ist berühmt für seine Pandas und Koalas. Für Lauffaule wie mich wird ein Bus sowie eine Schwebebahn angeboten. Aber so richtig nah ran kommt man natürlich nur zu Fuß. Zur Unterhaltung gibt es noch ein paar Shows. Der Tag vergeht schnell und gegen 6 Uhr bin ich ziemlich kaputt und fahre zurück durch den Sonntagsstau nach LA.

Die Arbeit beim Kunden bringt jeden Tag neue Herausforderungen. Ich lerne mit meinen Kunden unsere Software immer besser kennen. Kai unterstützt mich vom Büro in New Jersey aus. Inzwischen laufe ich fast nur noch mit weißem Kittel, cooler Arbeitsschutzbrille und weißem Haarnetz rum. Außerdem erweist sich meine Kamera als nützlich, um Bildschirminhalte festzuhalten. Diese diskutiere ich dann hinterher mit Kai.

Auch über Ostern wird die Produktion gestoppt, denn von Freitag bis Sonntag ist auch in den USA Feiertag. Ich habe deshalb fuer das lange Wochenende ein Hotel in Flagstaff gebucht, so daß ich etwas Zeit am Grand Canyon verbringen kann. Ich habe über den neuen Skywalk gelesen, eine Aussichtsplattform mit Glasboden, die in den Canyon hereinragt. Sie ist erst seit 28. März für Besucher geöffnet und dort wollte ich unbedingt hin, denn die Bilder im Internet sehen spektakulär aus, siehe http://www.destinationgrandcanyon.com/.

Freitag bin ich dann fast nur auf der Autobahn. In Barstow gibt es eine Outlet-Mall. Da will ich Mittagspause machen. Nach 3 Stunden shoppen, kann ich mich endlich lösen und fahre weiter. Die Strecke zieht sich. Gegen 19:00 Uhr bin ich im Hotel und schaffe es endlich mal, meine Wäsche zu waschen.
Grand Canyon National Park

Als ich am nächsten Tag im Grand Canyon Nationalpark ankomme, erfahre ich, dass der Skywalk nicht zum National Park gehört und auch nicht über ihn erreichbar ist. Man muß unten herum ca. 200 Meilen in Richtung Las Vegas fahren. Na gut, der Skywalk wird auf Sonntag geschoben und ich genieße die Aussichten an der Süd- und Ostkante des Canyons. Gegen 13 Uhr zieht es mich den Bright Angel Trail runter bis zum 1 & 1/2 Mile Resthouse. Dann kehr ich um, denn ich habe nur eine Flasche Wasser dabei und außer dem Frühstück und einer Banane noch nichts gegessen. Nach 100 Metern möchte ich auf das nächste Maultier warten. Aber die Tiere, denen ich runterwärts mehrmals begegnet sind, machen sich rar. Und natürlich wären sie ja auch mit Reitern belegt. Das soll $200 kosten, höre ich. Ich kämpfe mich hoch und bin gegen 16:00 Uhr wieder oben. Der Muskelkater folgt 2 Tage später :-) Nach einer Portion Spagetti und 2 weiteren Wasserflaschen geht es mir wieder besser und ich fahre mit dem Auto noch zum East Rim. Der Canyon wird inzwischen von der Abendsonne bestrahlt und ich wage mich sogar noch ein paar Meter wieder runter, um noch eine bessere Aussicht auf die überwältigende Landschaft zu erhalten. Im Dunkeln fahre ich dann zurück nach Flagstaff.

Am nächsten morgen gegen 8 Uhr geht's auf in Richtung Gand Canyon West, zuerst nach Kingman und dann weiter nach Norden. Ich folge der Wegbeschreibung, die ich im Internet gefunden habe. Und dann endet die befestigte Straße. Ich habe zwar einen Jeep (kostenfreier Upgrade), aber es ist ein Mietwagen und das heißt kein Versicherungsschutz auf unbefestigten Straßen. Jetzt bin ich über 2 Stunden hierhergefahren und will nicht mehr umkehren, also fahre ich weiter. Die Straße ist wirklich schlecht und 20 Meilen können sich ewig ziehen. Gegen 11:30 Uhr bin ich endlich am Flugplatz. Dort muß man parken.
Grand Canyon West & Hoover Dam

Auch wenn der Eintritt zum Skywalk "nur" $24 kostet, den Shuttle-Bus muß man trotzdem nehmen und bezahlen. Alles in allem ist man mit ca. $83 dabei Zum Vergleich: Eintritt in den Grand Canyon National Park: $25 (inklusive Busbenutzung). Der Shuttle-Bus fährt ein paar Meter bis zum Eagle Point. Dort ist der Skywalk und die Felsen im Canyon sehen aus wie ein Adler mit geöffneten Flügeln. Vor Betreten des Skywalks muß man Rucksack und vorallem die Kamera abgeben. Fotos werden von Angestellten gemacht und man kann sie dann für $15 kaufen (darauf habe ich verzichtet). Außerdem wird ein Indianertanz ausgeführt, um die Wartezeit zu verkürzen.

Die 2. Bushaltestelle führt zum Guano Point, wo man ein Restaurant mit Super-Aussicht findet und auch sonst noch etwas spazieren gehen kann. Die Aussicht hier ist wirklich sehenswert, denn man kann endlich den Colorado-River sehen. Da ich in Zeitnot bin, verzichte ich auf's Essen und nehm den nächsten Bus zurück zum Parkplatz.

Auf der Rückfahrt durch die Sandstraße habe ich noch Gesellschaft. Ein Vater mit Frau und 2 Kindern wollte zurück zum Campingplatz, wo ihr Wohnmobil steht. Von dort wurden offensichtlich Shuttle-Busse angeboten für Leute, die nicht selber die unbefestigte Straße fahren wollen. Der Haken ist aber, daß der Bus 4 Stunden am Flugplatz bleibt und das ist etwas zu lange. Außerdem soll das Geruckel in dem Bus recht unangenehm sein, verglichen mit der guten Federung meines Jeeps. Ich bekomme noch 2 Wasserflaschen und einen Apfel mit auf den Weg als wir uns verabschieden.

Dann fahre ich zum Hoover Dam, denn der ist ganz in der Nähe und dort war ich auch noch nie. Für Las Vegas ist natürlich keine Zeit mehr. Der Verkehr am Hoover Dam staut sich recht heftig, obwohl keine kommerziellen Fahrzeuge erlaubt sind. Außerdem wird eine neue Autobahnbrücke gebaut, so daß man in Zukunft wohl im Vorbeifahren nicht mehr viel von dem Bauwerk sehen wird. Danach geht's auf die I15 zurück nach LA im schönsten Ostersonntagsstau von Las Vegas. Um 11 Uhr bin ich endlich wieder im Hotel in Seal Beach.

Nach einer weiteren anstrengenden Arbeitswoche, bin ich jetzt froh wieder zu Hause zu sein. Das Empire State Building hat gestern nacht blau-weiß geleuchtet. Heute ist ein Regentag in New York und es gab Unwetterwarnungen. Der richtige Tag also, um mein Blog zu aktualisieren...

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