Sunday, November 11, 2007

Ein langer Sommer ist vorbei

Mitte November ist es jetzt schon und die Zeit ist so schnell vergangen. Sorry an alle, die hier öfter mal reingeschaut haben. Mir fehlte etwas die Motivation und auch der Stoff, um hier regelmäßig etwas zu schreiben. Das Wetter ist oft so schön und die Wochenenden sind zu kurz, um sie im Internet zu verbringen.

In Deutschland gibt es ab und an mal ein verregnetes Wochenende, daß man dann nutzen kann, um zu Hause klar Schiff zu machen. Hier regnet es sehr selten und wenn dann zwar heftig, aber nicht lange. Im Urlaub eigentlich schon fast eine Sonnengarantie, wenn es nicht so schwül wäre. New York ist im Juli und August schon fast unerträglich und ich verstehe jetzt, warum hier jedes Auto und fast jedes Gebäude eine Klimaanlage hat.

Werum America hat sich Ende Juni bei einem Betriebsausflug in Kanubooten etwas abgekühlt. Das Projekt Manager-Boot mit Susanne und mir als Steuerfrau hat es als erstes umgehauen. Mehrere Ingenieure sind nach kräftigem Lachanfall unserem Führungsbeispiel später gefolgt. Der Delaware River, in dem wir freiwillig und unfreiwillig gebaded haben, trennt die Staaten New Jersey und Pennsylvania. Für Wasserratten und Naturfreunde ist er ein tolles Ausflugsgebiet.
Delaware River


Im Juli habe ich es endlich geschafft, meine Kollegen zu mir einzuladen. Da Kochen nicht meine starke Seite ist, hat Susanne am Abend vorher gefüllte Paprika vorbereitet. Ich habe dann noch einen Nudelsalat zubereitet und Getränke gekauft. Weitere Getränke und Baguettes wurden von meinen Gästen mitgebracht. Ich muß schon sagen, daß mein Wohnzimmer mit 11 Erwachsenen und einen Kleinkind am Limit war (besonders was die Sitzgelegenheiten betrifft). Aber die Stimmung war gut und die tolle Aussicht und das leckere Essen hat allen gefallen.

Mitte August habe ich dann meine ersten Besucher aus Deutschland empfangen und mit ihnen am ersten Tag die Freiheitsstatue besichtigt. Nachdem sie dann ein paar Tage die Strassen von New York abgelaufen sind, haben wir eine kleine Rundreise mit dem Auto gemacht. Ich hatte mir eine Woche Urlaub genommen, damit wir in Ruhe zu den Niagara-Fällen fahren konnten. Zurück haben wir dann einen Umweg durch Pennsylvania in die Hauptstadt Washington, DC gemacht und sind anschliessend noch nach Atlantic City, NJ gefahren.
BesuchAusDeutschland

Für Erstbesucher der USA ist die Weite des Landes oft sehr beeindruckend und Strecken werden schon mal gerne unterschätzt. Aber 4 Frauen auf einem Roadtrip, da kann es gar nicht langweilig werden ;-) Im Gegenteil, ich hatte mindestens genauso viel Spass wie meine Besucher.

Danach lag der Schwerpunkt wieder auf meiner Arbeit, denn es gab ein paar wichtige Projekttermine. Einen solchen hat mein Team letzten Freitag wieder abgeschlossen, so dass jetzt hoffentlich wieder ein paar ruhigere Zeiten kommen. Aber die meisten von euch werden es kennen: In einer gesunden Firma ist nach dem Projekt auch immer vor dem Projekt.

Übernächste Woche ist hier Thanksgiving, eines der wichtigsten Familienfeste in den USA. Angeblich soll es da besonders günstige Angebote in allen Läden geben, aber wenn man der Werbung glaubt ist hier ja ständig irgendein besonderer Schlußverkauf. Ich bin zu Thanksgiving bei Susanne und Kai zum Truthahn-Essen eingeladen und freu mich schon sehr darauf. Danach wird hier die Weihnachtszeit eingeläutet und da gibt es bestimmt auch noch mal Neues zu entdecken.
Empire State Building II

Liebe Grüße von der immer noch faszinierenden Manhattan-Skyline,
Anke

Friday, May 04, 2007

Freizeit

Woohoo! Ich komme gerade von einem 2 stündigen Nachtspaziergang. Das Wetter war so schön und als ich heute gegen 8 Uhr endlich zu Hause angekommen bin, hat es mich irgendwie noch herausgetrieben. Also bin zum Hudson heruntergelaufen und bin die voll beleuchtete Uferpromenade bis zur Fähre in Weehawken/Port Imperial und wieder zurück gegangen.
Nachtspaziergang

Schande über mich, daß ich das nicht schon früher gemacht habe, wo es doch so nah ist! Aber ich war ständig so beschäftigt, meinen Alltagskram nach der Arbeit zu erledigen, daß ich dann nur noch ins Bett wollte.

Aber jetzt ist Wochenende und ich habe mir für morgen Kinokarten für Spiderman 3 besorgt. Auf www.meetup.com gibt es jede Menge Freizeitgruppen, denen man sich anschließen kann. Eine davon werde ich morgen beim Abendessen kennenlernen bevor wir uns dann die Nachtvorstellung im IMAX-Kino von Nyack, NY reinziehen.

Inzwischen war ich auch schon wieder mal in Manhattan. Werum hat im Convention Center bei der Interphex einen Messestand gehabt. Ich war überrascht wie viele deutsche Firmen sich auf der Pharmamesse in NYC präsentieren. Danach war noch etwas Zeit zum Schlendern und anschließend waren wir zusammen Essen.
Manhattan

Vor meinem Wohnhaus ist eine Bushaltestelle, an der morgens fast jede Minute ein Bus Richtung New York abfährt. Die kleineren Busse mit meist spanisch sprechenden Fahrern fahren bis 7th Avenue/42 Street und kosten $2. Die offiziellen NJ Transit-Busse fahren bis 8th Avenue/42 Street und kosten $2.30. Das Gute ist, sie fahren auch nachts noch mindestens stündlich.

Leider müssen alle Busse durch den Lincoln-Tunnel und da können die Straßen schon mal verstopft sein. Immerhin gibt es Sonderspuren für Busse, so daß man trotzdem noch schneller vorankommt als mit dem PKW. Übrigens kostet eine Fahrt mit dem eigenen Auto von New Jersey nach Manhattan $6, zurück zahlt man nichts. Ist aber generell keine gute Idee, denn Parken in Manhatten ist alptraumartig teuer!

Touristisch attraktiver ist es wahrscheinlich mit der Fähre von Weehawken zur 39 Street West für $6 rüberzufahren. Da ist dann noch ein Bus-Service für Manhatten mit dabei. Zur Fähre kann ich zu Fuß gehen, sehr tolle Aussicht, aber schon etwas weiter zu laufen... Man kann natürlich auch den Bus zur Fähre nehmen.

So, jetzt möchte ich eigentlich mal hören, wie es euch in Deutschland so geht. Und wenn ihr einen New York-Besuch plant, meldet euch!

Sunday, April 15, 2007

3 Wochen Kalifornien

Nach über 3 Wochen im Hotel in Kalifornien, bin ich jetzt doch wieder froh in meinen eigenen 4 Wänden zu sein. Ja, mein Apartment in New Jersey fühlt sich jetzt an wie zu Hause. Aber die Zeit in Kalifornien war schön, auch wenn ich nur wenig Freizeit hatte.

Der Flug von Newark nach Los Angelos dauert ca. 6 Stunden und das ist ziemlich lange, wenn man bedenkt, dass man nach Deutschland auch nur 8 Stunden braucht. Mit 3 Stunden Zeitverschiebung ist die Umstellung aber nicht besonders schwierig. Das Klima im März/April ist sehr angenehm, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Mein Hotel ist in Seal Beach, ein netter, kleiner Ort. Der Pazifik ist zu Fuß erreichbar.
Seal Beach

Aber ich bin dienstlich in Kalifornien. Unsere Software wird am Wochenende in Betrieb genommen. Damit verbunden ist eine komplette Neuerfassung des Lagerbestands und ein Abgleich mit dem Altsystem. Danach wird die gesamte Produktion auf unser Softwaresystem umgestellt, d.h. von Gabelstaplerfahrer bis Tablettenprüfer wird jeder Arbeiter unsere Software bedienen. Die Produktion läuft in 3 Schichten, auch am Wochenende. Ich bin froh, daß mein Kollege Kai die ersten Tage noch dabei ist.

Die Arbeitstage sind lang. Ich starte meist zwischen 6 und 8 und bin oft erst nach 8 abends wieder draussen, manchmal auch erst nach 10 Uhr. Ganze 3 Sonnenuntergänge habe ich nach der Arbeit in den 3 Wochen gesehen.

Am 1. April ist Geschäftsjahresanfang, da gönnen wir uns einen freien Tag, den ich im Zoo von San Diego verbringe. Ich nehme den Pacific Coast Highway nach Süden durch OC, California, komme an Newport Beach und Laguna Beach vorbei bevor ich auf die Autobahn nach San Diego biege.
San Diego Zoo

Der Zoo ist berühmt für seine Pandas und Koalas. Für Lauffaule wie mich wird ein Bus sowie eine Schwebebahn angeboten. Aber so richtig nah ran kommt man natürlich nur zu Fuß. Zur Unterhaltung gibt es noch ein paar Shows. Der Tag vergeht schnell und gegen 6 Uhr bin ich ziemlich kaputt und fahre zurück durch den Sonntagsstau nach LA.

Die Arbeit beim Kunden bringt jeden Tag neue Herausforderungen. Ich lerne mit meinen Kunden unsere Software immer besser kennen. Kai unterstützt mich vom Büro in New Jersey aus. Inzwischen laufe ich fast nur noch mit weißem Kittel, cooler Arbeitsschutzbrille und weißem Haarnetz rum. Außerdem erweist sich meine Kamera als nützlich, um Bildschirminhalte festzuhalten. Diese diskutiere ich dann hinterher mit Kai.

Auch über Ostern wird die Produktion gestoppt, denn von Freitag bis Sonntag ist auch in den USA Feiertag. Ich habe deshalb fuer das lange Wochenende ein Hotel in Flagstaff gebucht, so daß ich etwas Zeit am Grand Canyon verbringen kann. Ich habe über den neuen Skywalk gelesen, eine Aussichtsplattform mit Glasboden, die in den Canyon hereinragt. Sie ist erst seit 28. März für Besucher geöffnet und dort wollte ich unbedingt hin, denn die Bilder im Internet sehen spektakulär aus, siehe http://www.destinationgrandcanyon.com/.

Freitag bin ich dann fast nur auf der Autobahn. In Barstow gibt es eine Outlet-Mall. Da will ich Mittagspause machen. Nach 3 Stunden shoppen, kann ich mich endlich lösen und fahre weiter. Die Strecke zieht sich. Gegen 19:00 Uhr bin ich im Hotel und schaffe es endlich mal, meine Wäsche zu waschen.
Grand Canyon National Park

Als ich am nächsten Tag im Grand Canyon Nationalpark ankomme, erfahre ich, dass der Skywalk nicht zum National Park gehört und auch nicht über ihn erreichbar ist. Man muß unten herum ca. 200 Meilen in Richtung Las Vegas fahren. Na gut, der Skywalk wird auf Sonntag geschoben und ich genieße die Aussichten an der Süd- und Ostkante des Canyons. Gegen 13 Uhr zieht es mich den Bright Angel Trail runter bis zum 1 & 1/2 Mile Resthouse. Dann kehr ich um, denn ich habe nur eine Flasche Wasser dabei und außer dem Frühstück und einer Banane noch nichts gegessen. Nach 100 Metern möchte ich auf das nächste Maultier warten. Aber die Tiere, denen ich runterwärts mehrmals begegnet sind, machen sich rar. Und natürlich wären sie ja auch mit Reitern belegt. Das soll $200 kosten, höre ich. Ich kämpfe mich hoch und bin gegen 16:00 Uhr wieder oben. Der Muskelkater folgt 2 Tage später :-) Nach einer Portion Spagetti und 2 weiteren Wasserflaschen geht es mir wieder besser und ich fahre mit dem Auto noch zum East Rim. Der Canyon wird inzwischen von der Abendsonne bestrahlt und ich wage mich sogar noch ein paar Meter wieder runter, um noch eine bessere Aussicht auf die überwältigende Landschaft zu erhalten. Im Dunkeln fahre ich dann zurück nach Flagstaff.

Am nächsten morgen gegen 8 Uhr geht's auf in Richtung Gand Canyon West, zuerst nach Kingman und dann weiter nach Norden. Ich folge der Wegbeschreibung, die ich im Internet gefunden habe. Und dann endet die befestigte Straße. Ich habe zwar einen Jeep (kostenfreier Upgrade), aber es ist ein Mietwagen und das heißt kein Versicherungsschutz auf unbefestigten Straßen. Jetzt bin ich über 2 Stunden hierhergefahren und will nicht mehr umkehren, also fahre ich weiter. Die Straße ist wirklich schlecht und 20 Meilen können sich ewig ziehen. Gegen 11:30 Uhr bin ich endlich am Flugplatz. Dort muß man parken.
Grand Canyon West & Hoover Dam

Auch wenn der Eintritt zum Skywalk "nur" $24 kostet, den Shuttle-Bus muß man trotzdem nehmen und bezahlen. Alles in allem ist man mit ca. $83 dabei Zum Vergleich: Eintritt in den Grand Canyon National Park: $25 (inklusive Busbenutzung). Der Shuttle-Bus fährt ein paar Meter bis zum Eagle Point. Dort ist der Skywalk und die Felsen im Canyon sehen aus wie ein Adler mit geöffneten Flügeln. Vor Betreten des Skywalks muß man Rucksack und vorallem die Kamera abgeben. Fotos werden von Angestellten gemacht und man kann sie dann für $15 kaufen (darauf habe ich verzichtet). Außerdem wird ein Indianertanz ausgeführt, um die Wartezeit zu verkürzen.

Die 2. Bushaltestelle führt zum Guano Point, wo man ein Restaurant mit Super-Aussicht findet und auch sonst noch etwas spazieren gehen kann. Die Aussicht hier ist wirklich sehenswert, denn man kann endlich den Colorado-River sehen. Da ich in Zeitnot bin, verzichte ich auf's Essen und nehm den nächsten Bus zurück zum Parkplatz.

Auf der Rückfahrt durch die Sandstraße habe ich noch Gesellschaft. Ein Vater mit Frau und 2 Kindern wollte zurück zum Campingplatz, wo ihr Wohnmobil steht. Von dort wurden offensichtlich Shuttle-Busse angeboten für Leute, die nicht selber die unbefestigte Straße fahren wollen. Der Haken ist aber, daß der Bus 4 Stunden am Flugplatz bleibt und das ist etwas zu lange. Außerdem soll das Geruckel in dem Bus recht unangenehm sein, verglichen mit der guten Federung meines Jeeps. Ich bekomme noch 2 Wasserflaschen und einen Apfel mit auf den Weg als wir uns verabschieden.

Dann fahre ich zum Hoover Dam, denn der ist ganz in der Nähe und dort war ich auch noch nie. Für Las Vegas ist natürlich keine Zeit mehr. Der Verkehr am Hoover Dam staut sich recht heftig, obwohl keine kommerziellen Fahrzeuge erlaubt sind. Außerdem wird eine neue Autobahnbrücke gebaut, so daß man in Zukunft wohl im Vorbeifahren nicht mehr viel von dem Bauwerk sehen wird. Danach geht's auf die I15 zurück nach LA im schönsten Ostersonntagsstau von Las Vegas. Um 11 Uhr bin ich endlich wieder im Hotel in Seal Beach.

Nach einer weiteren anstrengenden Arbeitswoche, bin ich jetzt froh wieder zu Hause zu sein. Das Empire State Building hat gestern nacht blau-weiß geleuchtet. Heute ist ein Regentag in New York und es gab Unwetterwarnungen. Der richtige Tag also, um mein Blog zu aktualisieren...

Wednesday, March 21, 2007

Mein neuer Job

Meine Bankkarte ist eingetroffen, mein Koffer ist gepackt und ich freu mich auf meine erste Dienstreise zum Kunden. Morgen geht's los: für 3 Wochen nach Los Angeles, California.

Ich werde dort die Inbetriebnahme der MES Software von Werum in einem Pharmawerk begleiten. MES steht für Manufacturing Execution System. Die Werum-Software unterstützt die Abläufe zur Produktion von Medikamenten.

Dabei wird zunächst für jedes herzustellende Medikament ein elektronisches Rezept erstellt, ähnlich wie ein Kochrezept für ein bestimmtes Gericht. Für jeden Fertigungsauftrag wird dieses Rezept dann abgearbeitet. Alle erforderlichen Arbeitsschritte werden durch die Software in der entsprechenden Reihenfolge angezeigt, die Produktionsdaten dabei automatisch oder manuell erfaßt und jede Aktion präzise dokumentiert. Theoretisch braucht man dann überhaupt kein Papier mehr.

Dazu muß man sich klar machen, daß im Gegensatz zum häuslichen Kochen an die Herstellung von Medikamenten ganz andere Qualitätsanforderungen gestellt werden. Die Chargen müssen zurückverfolgt werden können, d.h. wenn mit einer Packung mal was nicht in Ordnung ist, müssen unter Umständen alle Medikamente zurückgezogen werden, die zusammen mit dieser Packung produziert wurden. Auch das Verfallsdatum von Zutaten und Endprodukten muß stets beachtet werden, was bei so großen Mengen relativ
schnell sehr unübersichtlich wird.

Da sowohl Auftragsverwaltung als auch Lagerhaltung direkten Einfluß auf die Produktionsprozesse haben, gibt es hierfür weitere Module der Werum-Software. Große Kunden verwalten die Aufträge in der Regel über ein ERP-System, z.B. SAP. Dann müssen Daten zwischen dem ERP-System und der MES-Software von Werum ausgetauscht werden, wozu es entsprechende Schnittstellen gibt.

Da ich aus der Softwareentwicklung komme, habe ich in meiner Einarbeitungsphase an einem kleinen Entwicklungspaket gearbeitet und so fast alle Phasen der Softwareentwicklung bei Werum im Schnelldurchlauf kennengelernt. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Spezifikation von Testfällen. D.h. man beschreibt für bestimmte Kundenanforderungen wie man sicherstellen kann, daß die Software diese Anforderungen erfüllt. Um etwas beschreiben zu können, muß man es erstmal verstehen und deshalb kenne ich auch die Software in einigen Ecken inzwischen ganz gut.

Aber die Lernphase ist noch längst nicht vorbei, denn vor Ort beim Kunden wird aus aller Theorie dann Praxis und die hat bekanntermaßen ihre eigenen Tücken. Trotzdem freue ich mich riesig auf diese Herausforderung und zum Glück ist mein Kollege Kai ja am Anfang noch mit dabei.

Übrigens wird in der Regel auch am Wochenende und nachts produziert, was für mich bedeutet, daß es vor Ort kaum Freizeit gibt. Aber ich hoffe über Ostern wird sich etwas ergeben, so daß ich vielleicht Zeit finde, die neue Aussichtsplattform am Gand Canyon zu besuchen. Dann gibt's davon natürlich Fotos...

Saturday, March 17, 2007

Hurra, die Möbel sind da

Von Galaxy Apartment

Gestern sind meine Sachen aus Deutschland geliefert worden und ich habe mir natürlich den ganzen Freitag freigenommen. Leider gab es mal wieder ein kleines Schneechaos in New York und New Jersey, so daß die Spedition erst um 11 Uhr statt um 9 Uhr da war. Aber wenn man 3 Monate auf sein Hab und Gut verzichtet hat, kommt es auf die 2 Stunden auch nicht mehr an - oder?

Hab ich schon mal gesagt, daß Geduld inzwischen mein 2. Name ist? Ich bin fertig mit Geduld. Ich hasse warten und ich bin froh, daß die Warterei nun endlich ein Ende hat:-))

Gestern und heute habe ich die Möbel aufgebaut. Leider hatte ich vergessen, in welchem Karton die Schrauben waren, so daß die Umzugsleute die Einzelteile zwar ausgepackt, aber nicht mehr zusammenmontiert haben. Irgendwie schade und auch etwas planlos. Naja, aber ich bin ja nicht zum ersten Mal umgezogen und weiß mir schon zu helfen.

Das Ergebnis könnt ihr euch in meinem Web-Album "Galaxy Apartment" ansehen, dass ich heute mit Bilden von den aufgestellten Möbeln und den Umzugskisten erweitert habe.
Von Empire State ...

Achja, heute ist St. Patrick's Day und der wird hier groß gefeiert. Das Empire State Building ist deshalb heute grün beleuchtet. Mehr Ansichten gibt's in meinem Web-Album "Empire State Building".

Übrigens sind die Möbel für mich gerade noch rechtzeitig gekommen, denn ab nächsten Freitag bin ich für mehrere Wochen bei einem Kunden in California...

Friday, March 09, 2007

Endlich offiziell registriert

Empire State Building

Ganze 9 Wochen und einen Tag hat es gedauert, bis ich endlich meine Social Security Card hatte. Pünktlich nach 8 Wochen hab ich nachgefragt und nach langer Suche, haben sie die Akte endlich gefunden. Leider ist ein Mißgeschick passiert (Akte hing im Stapel fest), so daß mein Antrag noch gar nicht bearbeitet worden ist. Nochmal 10 Tage Wartezeit hieß es, aber dann war sie doch schon 8 Tage später in der Post! Das war gestern.

Ich habe mich so gefreut, daß ich den nächsten Schritt zum amerikanischen Führerschein auch gleich in Angriff genommen habe. Die Straßenverkehrsordnung von New Jersey (NJ Driver Manual) kann man sich im Internet unter http://www.dmv.org/ herunterladen. Die 20 Beispielfragen im Internet zur Theorieprüfung habe ich völlig ohne Vorbereitung mit 90% absolviert. Vieles war aber geraten, denn ich hatte keine Ahnung von BAC und anderen auftauchenden Begriffen. Aber man kann den Theorietest nach 7 Tagen problemlos wiederholen, so daß ich mir gedacht habe, ich versuch's einfach mal.

Gestern Abend und heute früh habe ich also die Dokumente überflogen und dann ging's nach Wayne zur Führerscheinstelle. Freitags 9:30 Uhr war zum Glück nicht sehr viel los. Man bekommt 2 Formulare und eine Nummer in die Hand gedrückt. Noch bevor ich den Stift ansetzen konnte, wurde die Nummer schon aufgerufen, so daß ich sofort Hilfe beim Ausfüllen bekommen habe.

Zuerst muß man aber seine Identität mit einem 6 Punkte-System beweisen. Das wäre fast schiefgegangen, weil ich immer noch keine amerikanische Bank-Karte habe und meinen Krankenversicherungsnachweis nicht dabei hatte. Aber nach Konsultation des Vorgesetzten, wurde dann auch meine deutsche EC-Karte akzeptiert. Zusätzlich muß man noch die Wohnadresse durch eine Rechnung oder den Mietvertrag belegen. In den Formularen wird nach Augenfarbe, Größe und Gewicht gefragt. Hatte glatt vergessen vorher die Werte in die amerikanischen Einheiten umzurechnen, also wurden meine Maße abgeschätzt . Achja und ganz wichtig: Zu meinen deutsche Führerschein hatte ich auch meinen internationalen Führerschein dabei. Dieser war zwar schon über ein Jahr alt (gilt nur 2 Jahre), wurde aber problemlos akzeptiert. Man braucht ihn!

Nach der Dokumentenprüfung wird ein Foto gemacht und gegen $10 Gebühr erhält man eine Zulassung zum Test. Am nächsten Schalter werden nochmal alle Dokumente geprüft und dann ein Sehtest durchgeführt. Ähm, naja, laut Gesetz benötigt man 20/50 Vision und ich hab keine Ahnung, wie das auf die bei uns üblichen Sehkraft-Prozente umgerechnet wird. Aber der "Sehtest" war ja sowas von einfach, daß es dabei wohl kaum Probleme geben dürfte. Man muß nur die oberste Buchstabenreihe lesen können und die war recht deutlich ;-)

Anschließend ging's an den Computer zum theoretischen Test. Sobald man 40 von 50 Fragen richtig beantwortet hat, ist man fertig. Ich habe dafür 23 Minuten gebraucht und hatte 6 falsche Antworten dabei. Man kann zum Glück die schwierigen Fragen erstmal auslassen, die kommen dann am Ende nochmal, wenn man seine 40 richtigen Antworten noch nicht zusammen hat. Es war nicht sehr schwer, aber der Blick in die Verkehrsordnung ist nötig, allein schon um sich mit dem amerikanischen Fachjargon vertraut zu machen.

Nach einer guten Stunde und weiteren $17,25 hatte ich den amerikanische Führerschein. Yippie! Als ich um 11 Uhr im Büro war, habe ich das natürlich auch gleich stolz berichtet. Wir sind dann zum Mittag auf meinen Wunsch hin zum Inder und haben so noch weitere Führerschein-Geschichten (und Straf-Tickets) diskutiert.

Übrigens konnte ich auch ohne SSN schon ein Bankkonto eröffnen. Aber eine Adresse muß man haben und diese entsprechend nachweisen (Rechnung, Mietvertrag). Leider dauert das Zustellen der ATM Karte scheinbar etwas länger...

Mein Container hängt jetzt seit 2 Wochen beim Zoll rum und ich hab heute endlich die Nachricht bekommen, daß der Zoll fertig ist. Allerdings kostet das Röntgen und die Lagerung (wenn auch unerwünscht) noch mal über $400. Immerhin, werden die Sachen nächste Woche angeliefert.
Hausfrauenbüro
Sooo lange habe ich jetzt gewartet und nun kommt alles mit einem Mal! Es geht voran...

Monday, February 05, 2007

Einzug ins Apartment

Wie versprochen melde ich mich mit ein paar Fotos von meiner neuen Wohnung zurück. Zum Anschauen einfach das Album öffnen (Foto unten anklicken).

Die Aussicht ist viel besser als auf den Bildern und besonders nachts wirkt die beleuchtete Skyline von Manhattan einfach super. Bis ich die Gebäude alle benennen kann, wird es sicher noch etwas dauern.

Da meine Möbel immer noch in Deutschland sind, ist die Wohnung selbst natürlich noch etwas spartanisch. Ich habe heute bei der Umzugsfirma nachgefragt und die Verschiffungsdaten von der Reederei fehlen noch. Bis dahin habe ich mich schon mal mit dem Nötigsten versorgt. Luftmatratze, Campingstuhl, Bügelbrett (als Tisch mißbraucht), Bügeleisen und Staubsauger sowie Besteck und ein wenig Geschirr gehören dazu. Nachdem ich die erste Nacht etwas gefroren hatte, habe ich mir inzwischen auch noch eine dicke Bettdecke angeschafft. Versucht das mal am Sonntag in Deutschland!

Auch die Bibliothek und die Schwimmhalle habe ich schon besucht. Leider ist sie am Wochenende nur bis 9 Uhr abends auf, aber wochentags immerhin von 5 bis 22:30 Uhr. 5 Uhr morgens, werde ich aber wohl höchstens schaffen, wenn ich frisch von Deutschland eingeflogen bin. Besonders gefreut hat mich, daß es im Haus einen kostenlosen WLAN-Zugang gibt. Dieser ist zwar sehr langsam, aber für Emails und ein bischen Surfen reicht es allemal.

Heute früh habe ich erstmals den optimalen Weg auf den Straßen in New Jersey gefunden. Mit zwei Staus zwischendurch bin ich in ca. 55 min bei Werum angekommen. Bisher hatte ich ohne Staus genausolange gebraucht, weil ich mich immer wieder verfahren hatte.

Die Social Security Number ist leider immer noch nicht da und somit habe ich schon den 2. Gehaltsscheck verpaßt. Vor 8 Wochen braucht man auch gar nicht nachzufragen (ich hab's versucht), denn vor Ablauf der angekündigten Zeit wird man nur um Geduld gebeten. Geduld ist zwar nicht mein Ding, aber gegen die Ämter kommt hier auch keiner an.

Achja, übrigens war mein Trainingkurs in Lüneburg mit 2 meiner neuen Kollegen sehr angenehm. Lüneburg ist eine schöne, alte Stadt mit vielen Giebel- und Fachwerkhäusern, die vom 2. Weltkrieg total verschont worden ist. Auch die Schulung kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Aber die Arbeit ist ein Kapitel für sich. Vielleicht beim nächten Mal...

Friday, January 19, 2007

The Galaxy

Bevor ich morgen zum Trainingskurs zurück nach Deutschland fliege, wollte ich mich noch mal melden, denn meine Wohnungssuche hat inzwischen ein Ende. Danke an alle, die mir die Daumen gedrückt haben. Wenn es auch nicht auf Anhieb geklappt hat, so habe ich zumindest bei meinem zweiten Besuch der Galaxy Towers dort eine Wohnung gefunden.

The Galaxy hatte mir als Wohnungskomplex sehr gut gefallen, weil die Gegend sehr schön ist, die Wohnungen teilweise eine Traum-Aussicht auf Manhatten haben und weil es weit und breit der einzige Komplex mit Schwimmhalle ist. Außerdem habe ich schon bei meinem ersten Besuch dort gemerkt, dass der Mix von Leuten sehr interessant ist.

Letzten Samstag habe ich mir deshalb weitere 5 Wohnungen in dem Komplex angeschaut, denn für die Wohnung vom letzten Mal stand der Auszugstermin wohl noch in den Sternen. Zwei von den besichtigten Wohnungen haben mir so gut gefallen, daß ich mich am Ende nur schwer entscheiden konnte. Die eine ist mit $2250 Monatsmiete zwar etwas teuer, hat dafür aber eine Luxusausstattung vom Feinsten: Kühlschrank mit eingebautem Wasserfilter, Badewanne mit Whirlpool etc. Die andere ist mit $2100 Monatsmiete etwas günstiger und hat zudem noch eine Traum-Aussicht auf Manhattan und den Hudson, dafür ist die Einbauküche dunkelbraun und schon etwas in die Jahre gekommen. Vor allem wegen des tollen Blicks habe ich aber dann die letztere Wohnung mit $1000 Anzahlung festgehalten. Die Einbauküche wird bis zu meinem Einzug am 1. Februar noch weiß gestrichen, so daß ich mich jetzt wirklich schon sehr auf die Wohnung freue.

Den Mietvertrag habe ich gleich vor Ort unterschrieben. Voraussetzung dafür waren $1000 "Good Will Deposit" zur Reservierung, mein Visum mit Arbeitserlaubnis im Paß und mein Arbeitsvertrag. Statt des Arbeitsvertrags hätte ich eigentlich ein Schreiben meiner Firma mitbringen sollen, auf dem das monatliche Gehalt und die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses garantiert werden. Aber da ich das so schnell nicht mehr hinbekommen hatte, habe ich kurzerhand meinen Arbeitsvertrag mitgenommen.

Inzwischen hat auch der Eigentümer der Wohnung den Mietvertrag unterschrieben, so daß eigentlich nichts mehr schiefgehen kann. Was noch fehlt sind Schecks über insgesamt $7520 für die erste Monatsmiete, 1,5 Monatsmieten Kaution, die Maklergebühr (10% der Jahresmiete) abzüglich der schon angezahlten $1000, sowie diverse "kleine" Beträge für die Hausverwaltung und die Fahrstuhlbenutzung beim Einzug. Ohne Sozialversicherungsnummer kein amerikanisches Bankkonto und ohne Bankkonto keine Schecks. Auch wenn die Maklergesellschaft die Bezahlung der Rechnungen notfalls auch bar akzeptiert hätte, bin ich meiner Firma dankbar, daß sie mir die Schecks erst mal vorgestreckt hat.

Morgen vormittag werde ich also wieder hinfahren, um meine "Employment-Garanty" und die Schecks abzugeben. Danach schaue ich mir den Ikea in Elizabeth, NJ mal aus der Nähe an. Dieser ist sehr dicht am Flughafen Newark gelegen, von dem aus ich dann abends nach Deutschland fliege. Das erste was ich hier brauch, ist ein Schlafsofa, denn mein Bett kommt ja erst mit den Umzugssachen.

Meine Umzugsfirma hatte ich letztes Wochenende gleich über meine künftige Adresse informiert, aber bis auf eine Empfangsbestätigung habe ich noch nichts weiter gehört. Wahrscheinlich dauert es etwas, bis ein Container verfügbar ist, der dann verschifft werden kann. Wenn das Schiff mit meinem Container von Bremen startet, werde ich nochmal informiert. Zumindest liegt es jetzt nicht mehr an mir.

Außerdem hat sich seit heute ein weiteres Problem gelöst: Ich bin jetzt wieder krankenversichert. Nachdem die DKV nähmlich nicht zu Potte gekommen ist und ich meine bestehende PKV schon zum 1.1.2007 in eine Anwartschaftsversicherung hab umwandeln lassen, war ich plötzlich gar nicht mehr krankenversichert. Heute früh hat mich Rainer von Werum Lüneburg geweckt und mir das fehlende Kreuzchen auf dem Antrag beschrieben. Ok, das Kreuz hab ich schon selbst vergessen, aber offensichtlich hat die Zweigstelle Lüneburg gepennt und die Zentrale auf "Dienst nach Vorschrift" geschaltet. Der Antrag ging von Backnang nach Lüneburg, von Lüneburg nach Köln und von Köln wieder nach Lüneburg zurück, was über einen Monat gedauert hat. Zum Glück haben wir das fehlende Kreuzchen innerhalb einer Stunde von Lüneburg nach New Jersey, von New Jersey nach Lüneburg und von Lüneburg nach Köln senden können, inklusive mündlicher Versicherungsbestätigung. Rainer bei Werum, Du bist heute mein Held!

Bin ja mal gespannt, ob die Sozialversicherungsnummer angekommen ist, wenn ich wieder aus Deutschland zurück bin. Da hab ich auch schon ein paar schlimme Stories gehört.

Ich meld mich wieder, wenn ich in The Galaxy eingezogen bin und ein paar Fotos von der Wohnung habe.

Sunday, January 07, 2007

Wohnungssuche

Dieses Wochenende war sicher eines der wärmsten Januarwochenenden, die New York je gesehen hat. Zudem war es gestern und heute sehr sonnig, also optimales Besichtigungswetter. Leider hab ich gestern meine Kamera vergessen , aber heute habe ein paar schöne Fotos mitgebracht, zu besichtigen im Picasa Webalbum Januar in NJ

Für die Wohnungssuche gibt es einige sehr hilfreiche Internetseiten, die ich teilweise schon in Deutschland studiert habe. Dazu gehören:
- http://www.apartments.com/
- http://www.rent.com/
- http://www.apartmentguide.com/ (auch als Büchlein im Supermarkt)

Den ersten Schock in Bezug auf die Preissituation für eine 2-Zimmerwohnung (1 Bedroom) im Norden von New Jersey (ab $1000) sowie für New York (ab $2000) hatte ich also schon hinter mir.

In Rostock hatte ich mich beim Surfen in die Liberty Towers verschossen. Die Apartments dort haben Aussicht auf die Freiheitsstatue und/oder Manhattan und bieten auch sonst den Komfort, den man für Preise zwischen $2100 und $2500 erwartet. Außerdem ist die Anbindung an Manhattan sehr gut, denn Fähre und die Zugstation sind um die Ecke.

Obwohl meine Kollegen mir davon abgeraten haben, vorallem wegen der langen Fahrzeit im Berufsverkehr, aber auch wegen einer berüchtigten Nachbarschaft, wollte ich die Wohnungen zumindest einmal von innen gesehen haben. Also habe mich für Samstag mit dem Verwaltungsbüro verabredet.

Mir wurden 2 verschiedene Wohnungen gezeigt, leider nicht die Wohnungen, die dann zu vermieten sind, sondern Modellwohnungen mit gleichem Grundriß, aber u.U. spiegelverkehrt und mit anderer Aussicht. Die erste Wohnung war mir viel zu klein. Das hatte ich nicht erwartet, weil diese mit ca. 750 Quadratfuß doch in etwa einer 70m² Wohnung entsprechen sollte. Was ich nicht bedacht hatte, waren die begehbaren Einbauschränke, die relativ viel Platz konsumieren und die Zimmer dann kleiner erscheinen lassen. Die 2. Wohnung war demensprechend größer (855 sqft) und entsprach schon eher meinen Vorstellungen. Aber irgendwie wollte es mir nicht gelingen, meine noch in Deutschland gelagerten Möbel dort räumlich unterzubringen. Also wurde mir noch eine 3. Option (900sqft) vorgeschlagen, leider ohne entsprechende Wohnungsbesichtigung. Positiv war auf jeden Fall, daß beide Wohnungen sehr modern mit Einbauküche und Wascher/Trockner eingerichtet waren. Die Aussicht ist schon geil, aber alles in allem war ich nicht so 100% überzeugt.

Also habe ich mir Samstag Abend nocheinmal aufgeschrieben, was mir wirklich wichtig ist an einer Wohnung. Es ist gar nicht so einfach eine Gewichtung zu finden, wenn man nicht alles haben kann. Irgendwie bin ich wohl ziemlich anspruchsvoll. Die Wohnung soll in der Stadt liegen mit ein paar Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants in der Nähe sowie einer guten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel nach New York. Die tägliche Fahrzeit zur Arbeit sollte sich natürlich in Grenzen halten. Außerdem muß die Wohnung groß genug sein für die Möbel, die ich aus Deutschland mitbringe. Sie sollte ein moderne Einbauküche sowie ein gefliestes Bad mit Dusche besitzen und eine Möglichkeit zum Wäschewaschen. Ein Parkplatz oder besser noch eine Garage ist natürlich auch notwendig. Ein Fitnessstudio ist fast überall dabei, aber mir gar nicht so wichtig. Lieber wäre mir ein Pool oder besser noch eine Schwimmhalle, damit ich auch im Winter meine Bahnen ziehen kann. Wenn jetzt noch die Aussicht stimmt und TV sowie Internet funktionieren, bin ich schon glücklich ;-)

Und dann hab ich gesucht und gesucht und gesucht und immer wieder einen Haken gefunden. Zum Beispiel fand ich die Powder Mill Heights Appartements nicht schlecht. Sie liegen ganz in der Nähe von meinem Büro mit einer sehr schönen Aussicht auf die Gegend und bieten sogar eine Schwimmhalle. Problem: Man kommt nur mit dem Auto zum Einkaufen oder zur nächsten Zug-/Bushaltestelle. Die Gegend ist eine reine Wohngegend, noch dazu sehr hügelig. Backnanger, ihr hättet eure Freude daran!

Und dann habe ich doch noch etwas Interessantes über Google gefunden: The Galaxy in West New York, NJ. Hat scheinbar alles, wovon ich träume: Schwimmhalle, Aussicht, Busverbindung nach Manhatten, Shops und Restaurants in der Nähe, gute Wohngegend, Parkhaus, Einbauküche, Waschmaschine/Trockner, TV+Internet... Was bleibt, ist die lange Fahrzeit zur Arbeit.

Nachdem ich heute früh im Vermietungsbüro niemanden erreichen konnte (öffnet Sonntags von 11-6), habe ich einfach eine Email hingechickt und bin auf gut Glück ohne Termin drauflosgefahren, diesmal mit Kamera. Chaotisch wie ich bin, fahre ich einfach nach Erinnerung und Schildern. Meine Erinnerung hat bei der genauen Adresse leider gestreikt, aber immerhin wußte ich noch, dass ich über Fort Lee am Hudson langfahren muß und natürlich wie The Galaxy in etwa aussieht. Nach einer Stunde und nur wenigen Umwegen hatte ich mein Ziel erreicht und bin geradewegs ins Parkhaus gefahren. Die Security-Jungs waren sehr freundlich. Und nachdem ich erklärt hatte, wohin ich wollte, haben sie mir noch das richtige Stockwerk genannt. Ist schon etwas verwirrend, wenn die Lobby in der 18. Etage liegt. Auch den Parkplatz habe ich mir nicht gemerkt, weshalb ich hinterher in fast allen 16 Parkebenen suchen mußte.

Aber die Leute vom Vermietungsbüro, haben sich sofort an meine Email erinnert und mir alle Detailfragen beantwortet. Außerdem wurde ich im gesamten Komplex herumgeführt und durfte mir 3 Wohnungen anschauen, 2 davon noch bewohnt. Immerhin wuden die Mieter 20 min vorher angerufen, damit sie noch das Schlimmste bereinigen können. Man da würde ich vielleicht in Panik geraten.
Aussicht von The Galaxy
Was soll ich sagen, mir hat's gefallen. Eine Wohnung war dabei, die mir groß genug erschien (970 sqft) und im 21. Stock eine tolle Aussicht auf Manhatten und Jersey City hat. Auch der Preis lag mit $2050 deutlich unter den Liberty Towers, zumal hier Fitness, Pool, Gas und Strom inkl. sind. Leider war noch nicht klar, wann die Wohnung frei wird. Außerdem muß der Besitzer auch mit mir einverstanden sein und da gibt es ja schon noch ein paar Problemchen: keine Sozialversicherungsnummer, keine Kredithistorie, keine Bankverbindung...Aber geil wär's schon!

Tja und um diesen perfekten Tag noch perfekter zu machen, hab ich mich dann auf dem Rückweg wieder nur so in die falschen Richtungen treiben lassen. Statt in Fort Lee auf die I-80 West zu biegen, bin ich auf der 9 West gelandet, die mich immer weiter den Hudson lang 'gen Norden getrieben hat. Und da ich niemals den gleichen Weg zurücknehme, bin ich bis zur I-287 gefahren, die auch durch Morrisown führt. Naja, aber nur wenn man die richtige Richtung erwischt. $4 Brückenzoll muß man auf der Tappan Zee Bridge berappen, um dann auf der New Yorker Seite des Hudsons die 9 South fahren zu können. Da kommt man durch richtig nette Orte wie Irvington, Hastings-On-Hudson und Yonkers. Dann wurde der Verkehr immer dichter und der Tag immer dunkler und irgendwann war ich wieder auf der George Washington Brücke, von wo ich dann den Weg zur I-80 gefunden habe. Aber ganz ehrlich, ich habe den Umweg genossen.

Leute, drückt mir die Daumen, daß das mit The Galaxy klappt. Dafür würde ich die Fahrerei in Kauf nehmen. Und wenn ihr das lest, hinterlaßt ruhig mal einen Kommentar!

Thursday, January 04, 2007

Welcome to America

Jetzt bin ich endlich angekommen in meinem Wunschland. Meine erste Bleibe sind die Candlewood Suites in Morris Plains ganz in der Nähe von Parsippany, wo Werum seinen US-Sitz hat. Das Zimmer ist mit einem gigantischen Kühlschrank sowie mit Mikrowelle und Geschirrspüler ausgestattet. Witzigerweise ist nur sehr wenig Geschirr vorhanden, so daß ich den Geschirrspüler wohl nicht benutzen werde:-) Am Wichtigsten aber ist die 3GigEthernet-Verbindung im Zimmer, über die ich kostenfreien Internet-Zugang habe.

Der Anreisetag war ganz schön lang, zumal ich die Nacht zuvor kaum schlafen konnte. Um halb 4 sind wir aufgestanden, um noch in Ruhe zu duschen und zu frühstücken. Um halb 5 hat mich Inge dann mit dem Auto nach Hamburg gefahren. Ein Wahnsinn, wie voll die A20 am 2. Januar schon vor 5 Uhr mit LKWs ist, die 'gen Westen brausen. Zum Glück war es zu warm für Eis und Schnee, aber im Dunkeln bei heftigem Regen und Sturm zu fahren ist auch nicht so toll. Inge hat gemeint, daß Deutschland weint. Naja, ich jedenfalls habe mich gefreut, daß es endlich losging.
Anke am Flughafen Hamburg
Am Flughafen in Hamburg hatte ich noch einen letzten Schreck bekommen, als ich beim Check-In das Schild mit der Gepäckbegrenzung gelesen habe. Dort stand, daß Gepäck bis zu 23 kg ohne Aufpreis und bis max. 32 kg mit Aufpreis befördert wird. Außerdem werden pro Person nur bis zu 2 Gepäckstücke befördert. Ich hatte 2 schwere Koffer, meinen großen Rucksack und eine Tasche mit Papieren und Laptop dabei. Im Rucksack waren die Waschsachen mit Flüssigkeiten, die man ja im Handgepäck nur noch dosiert und in durchsichtigen Beuteln vepackt mitnehmen konnte. Außerdem war ich sicher, daß ich schon mit den beiden Koffern allein locker über die 32kg komme.

Aber der nette Mann von Continental hat mir dann erklärt, das die Gewichtsgrenze sich nur auf jeweils ein Gepäckstück bezieht. Keiner der Koffer hatte über 32kg und die wenigen Kilos über 23 sowie das 3. Gepäckstück hat er ohne Kommentar nach den recht ausführlichen Sicherheitsfragen eingecheckt.

Jetzt war es Zeit, mich von Inge zu verabschieden. Wir beide wußten, daß wir uns wahrscheinlich bald wieder sehen werden, denn ich muß in der Einarbeitungszeit noch Schulungen in Lüneburg absolvieren. Trotzdem war es ja irgendwie schon auch ein besonderer Abschied, denn ab nun würde ich meinen ständigen Wohnsitz in den USA haben. Wir haben uns deshalb mit vielen Wünschen sehr herzlich verabschiedet.

Nach der Handgepäckkontrolle und erneuten Sicherheitsfragen am Gate begann auch schon bald das Boarding. Ich hatte einen Fensterplatz kurz vor dem Flügel, so daß ich ein paar Luftaufnahmen über der Wolken und vom Landeanflug auf Newark machen konnte. Diese könnt ihr in meinem Picasa-Webalbum "Flug in die USA" ansehen.

Bei der Einreise-Abfertigung durch "Homeland Security" lief alles problemlos, auch wenn es etwas gedauert hat. Auch das Gepäck hat lange auf sich warten lassen. Ich hatte mir für $3 einen Wagen geholt, um alles bis zum Hertz-Mietwagen transportieren zu können. In Newark gibt es einen Airtrain, der die Terminals und Parkhäuser miteinander verbindet. Ist ähnlich wie in Frankfurt, aber mit mehr Stationen.

Beim Check-In in die Candlewood Suites habe ich gleich noch ein Netzwerkkabel bekommen. Nachdem alle Koffer im Zimmer waren, habe ich als erstes meinen Laptop angeschlossen und mit Inge über Skype telefoniert. Danach bin ich in den nächstbesten Supermarkt und habe erstmal den Kühlschrank gefüllt und noch etwas gegessen.

Am nächsten Tag war ich um 5 Uhr wach. Man bedenke die Zeitverschiebung von 6 Stunden. In Deutschland war es also schon kurz vor Mittag. Obwohl ich wußte, daß es wenig Sinn hat, vor 9 Uhr im Büro aufzutauchen, wollte ich am 1. Arbeitstag doch nicht so spät eintreffen. Und immerhin war um halb 9 schon ein Kollege da, mit dem ich mich unterhalten konnte. Die meisten sind aber zwischen 9 und 10 Uhr gekommen und dann habe ich einen vorinstallierten Laptop bekommen sowie einen "New Employee's Guide".

Gegen Mittag war ich dann bei der Behörde, um meine Sozialversicherungsnummer zu beantragen. Das Wartezimmer war recht voll und es hat ca. 1 Stunde gedauert, bis meine Nummer aufgerufen wurde. Die Leute haben über die Wartezeit geschimpft wie in Deutschland, aber eigentlich fand ich es gar nicht so schlimm. Immerhin gab es genug Sitzplätze. Witzig war aber ein Plakat, auf dem sinngemäß stand, daß es gegen das Gesetz verstößt, Mitarbeiter der Behörde anzugreifen oder mit einer Waffe zu bedrohen. Da könnte so Mancher erst auf die Idee kommen...

Jedenfalls kann es bis zu 8 Wochen dauern, bis ich die Social Security Number (SSN) bekomme, weil meine Daten erst noch von "Homeland Security" bestätigt werden müssen. Ohne SSN kein Bankkonto und kein Gehalt. Auch mit der Wohnung wird es vermutlich schwierig. Da hoffe ich mal optimistisch, daß die Bestätigung ganz schnell geht und die SSN schon nach 4 Wochen da ist.

Tja, das ist der Stand der Dinge. Nach Wohnungen habe ich im Internet schon von Deutschland aus gesucht. Aber ich muß mir diese auf jeden Fall vorher erst anschauen. Am Wochenende werde ich mir mal ein paar von den Gegenden anschauen und dann entsprechende Besichtigungstermine vereinbaren.

Heute habe ich erfahren, daß meine erste Schulung in Lüneburg schon vom 21. bis 28. Januar stattfindet. Bis dahin werde ich wohl kaum eine feste Bleibe haben. Schaun wir mal...