Thursday, January 04, 2007

Welcome to America

Jetzt bin ich endlich angekommen in meinem Wunschland. Meine erste Bleibe sind die Candlewood Suites in Morris Plains ganz in der Nähe von Parsippany, wo Werum seinen US-Sitz hat. Das Zimmer ist mit einem gigantischen Kühlschrank sowie mit Mikrowelle und Geschirrspüler ausgestattet. Witzigerweise ist nur sehr wenig Geschirr vorhanden, so daß ich den Geschirrspüler wohl nicht benutzen werde:-) Am Wichtigsten aber ist die 3GigEthernet-Verbindung im Zimmer, über die ich kostenfreien Internet-Zugang habe.

Der Anreisetag war ganz schön lang, zumal ich die Nacht zuvor kaum schlafen konnte. Um halb 4 sind wir aufgestanden, um noch in Ruhe zu duschen und zu frühstücken. Um halb 5 hat mich Inge dann mit dem Auto nach Hamburg gefahren. Ein Wahnsinn, wie voll die A20 am 2. Januar schon vor 5 Uhr mit LKWs ist, die 'gen Westen brausen. Zum Glück war es zu warm für Eis und Schnee, aber im Dunkeln bei heftigem Regen und Sturm zu fahren ist auch nicht so toll. Inge hat gemeint, daß Deutschland weint. Naja, ich jedenfalls habe mich gefreut, daß es endlich losging.
Anke am Flughafen Hamburg
Am Flughafen in Hamburg hatte ich noch einen letzten Schreck bekommen, als ich beim Check-In das Schild mit der Gepäckbegrenzung gelesen habe. Dort stand, daß Gepäck bis zu 23 kg ohne Aufpreis und bis max. 32 kg mit Aufpreis befördert wird. Außerdem werden pro Person nur bis zu 2 Gepäckstücke befördert. Ich hatte 2 schwere Koffer, meinen großen Rucksack und eine Tasche mit Papieren und Laptop dabei. Im Rucksack waren die Waschsachen mit Flüssigkeiten, die man ja im Handgepäck nur noch dosiert und in durchsichtigen Beuteln vepackt mitnehmen konnte. Außerdem war ich sicher, daß ich schon mit den beiden Koffern allein locker über die 32kg komme.

Aber der nette Mann von Continental hat mir dann erklärt, das die Gewichtsgrenze sich nur auf jeweils ein Gepäckstück bezieht. Keiner der Koffer hatte über 32kg und die wenigen Kilos über 23 sowie das 3. Gepäckstück hat er ohne Kommentar nach den recht ausführlichen Sicherheitsfragen eingecheckt.

Jetzt war es Zeit, mich von Inge zu verabschieden. Wir beide wußten, daß wir uns wahrscheinlich bald wieder sehen werden, denn ich muß in der Einarbeitungszeit noch Schulungen in Lüneburg absolvieren. Trotzdem war es ja irgendwie schon auch ein besonderer Abschied, denn ab nun würde ich meinen ständigen Wohnsitz in den USA haben. Wir haben uns deshalb mit vielen Wünschen sehr herzlich verabschiedet.

Nach der Handgepäckkontrolle und erneuten Sicherheitsfragen am Gate begann auch schon bald das Boarding. Ich hatte einen Fensterplatz kurz vor dem Flügel, so daß ich ein paar Luftaufnahmen über der Wolken und vom Landeanflug auf Newark machen konnte. Diese könnt ihr in meinem Picasa-Webalbum "Flug in die USA" ansehen.

Bei der Einreise-Abfertigung durch "Homeland Security" lief alles problemlos, auch wenn es etwas gedauert hat. Auch das Gepäck hat lange auf sich warten lassen. Ich hatte mir für $3 einen Wagen geholt, um alles bis zum Hertz-Mietwagen transportieren zu können. In Newark gibt es einen Airtrain, der die Terminals und Parkhäuser miteinander verbindet. Ist ähnlich wie in Frankfurt, aber mit mehr Stationen.

Beim Check-In in die Candlewood Suites habe ich gleich noch ein Netzwerkkabel bekommen. Nachdem alle Koffer im Zimmer waren, habe ich als erstes meinen Laptop angeschlossen und mit Inge über Skype telefoniert. Danach bin ich in den nächstbesten Supermarkt und habe erstmal den Kühlschrank gefüllt und noch etwas gegessen.

Am nächsten Tag war ich um 5 Uhr wach. Man bedenke die Zeitverschiebung von 6 Stunden. In Deutschland war es also schon kurz vor Mittag. Obwohl ich wußte, daß es wenig Sinn hat, vor 9 Uhr im Büro aufzutauchen, wollte ich am 1. Arbeitstag doch nicht so spät eintreffen. Und immerhin war um halb 9 schon ein Kollege da, mit dem ich mich unterhalten konnte. Die meisten sind aber zwischen 9 und 10 Uhr gekommen und dann habe ich einen vorinstallierten Laptop bekommen sowie einen "New Employee's Guide".

Gegen Mittag war ich dann bei der Behörde, um meine Sozialversicherungsnummer zu beantragen. Das Wartezimmer war recht voll und es hat ca. 1 Stunde gedauert, bis meine Nummer aufgerufen wurde. Die Leute haben über die Wartezeit geschimpft wie in Deutschland, aber eigentlich fand ich es gar nicht so schlimm. Immerhin gab es genug Sitzplätze. Witzig war aber ein Plakat, auf dem sinngemäß stand, daß es gegen das Gesetz verstößt, Mitarbeiter der Behörde anzugreifen oder mit einer Waffe zu bedrohen. Da könnte so Mancher erst auf die Idee kommen...

Jedenfalls kann es bis zu 8 Wochen dauern, bis ich die Social Security Number (SSN) bekomme, weil meine Daten erst noch von "Homeland Security" bestätigt werden müssen. Ohne SSN kein Bankkonto und kein Gehalt. Auch mit der Wohnung wird es vermutlich schwierig. Da hoffe ich mal optimistisch, daß die Bestätigung ganz schnell geht und die SSN schon nach 4 Wochen da ist.

Tja, das ist der Stand der Dinge. Nach Wohnungen habe ich im Internet schon von Deutschland aus gesucht. Aber ich muß mir diese auf jeden Fall vorher erst anschauen. Am Wochenende werde ich mir mal ein paar von den Gegenden anschauen und dann entsprechende Besichtigungstermine vereinbaren.

Heute habe ich erfahren, daß meine erste Schulung in Lüneburg schon vom 21. bis 28. Januar stattfindet. Bis dahin werde ich wohl kaum eine feste Bleibe haben. Schaun wir mal...

No comments: