Saturday, November 25, 2006

Urlaub vor dem Stress

Auch wenn ich schon wieder eine Woche in Deutschland bin, möchte ich noch ein paar Zeilen zu meinem Urlaub in Sri Lanka loswerden. Das war für mich Entspannung pur und auch ein bischen Flucht vor dem bevorstehenden Umzugsstress.

Ich bin jetzt schon zum 3. mal in Sri Lanka gewesen und einfach fasziniert von dem warmen indischen Ozean und den wunderschönen Sandstränden. Mein Freund Krishan betreibt eine Surfschule am Strand direkt vor seinem Haus. Im Schatten der kleinen Surferhütte könnte ich ewig sitzen und dem Meer oder sogar den Surfern zuschauen.
Krishan
Der Strand liegt zwischen Talpe und Habaraduwa an der Küstenstraße zwischen Galle und Matara. Habaraduwa hat einige kleine, aber feine Gästehäuser direkt am Strand, z.B. Wilde Ananas. Für ein etwas europäischeres Essen oder auch nur für einen leckeren "Mixed Fruit Juice" lohnt sich dort ein Abstecher allemal. Das ist zwar ca. 5 mal teurer als in einem einheimischen "Restaurant", aber dafür mit Meerblick und viel sauberer.

Allerdings finde ich, daß man in Sri Lanka auch mal einheimische Gerichte probieren sollte und damit meine ich nicht nur Rice und Curry (wirklich sehr scharf!). Ich empfehle Stringhoppers (Spagetti-ähnlich) , Egghoppers (Teigschüssel mit Ei) und Eggrottis (Pfannkuchen mit Ei gefüllt). Natürlich werden auch dazu meist scharfe Sossen gegessen, aber die kann man ja weglassen oder sich auf den milderen Dhal Curry (Linsen-Curry) beschränken.

Fisch ist natürlich für viele Sri Lankaner an der Küste ein Grundnahrungsmittel. Schließlich gibt es den für fast umsonst aus dem Meer. Während meiner Zeit dort sind tagelang ganze Schwärme von Minifischen quasi an den Strand geschwemmt worden, so daß dies fast in ein Volksfest ausgeartet ist. Männer, Kinder und auch Frauen haben das Fischtreiben begeistert beobachtet und sind mit allen möglichen Fang-Utensilien aufgetaucht.
Fischfang in Habaraduwa
Da Krishan auch Fischer ist, hat er natürlich mitgeholfen. Die erfolgreichste Methode war das Auswerfen eines Netztes und das sofortige Tauchen der Fischer, um die Fische im Netz einzufangen. Danach kann das Netz samt Inhalt an den Strand getragen werden und die Fische liegen auf dem Trockenen.

Zum Abendessen gab es dann 50 gebratene Minifische (Köpfe, Wirbelsäule und Schwänze habe ich aussortiert). Je knuspriger die Fische zubereitet sind, desto besser schmecken sie und die Gräten sind bis auf die Wirbelsäule nun wirklich zu klein, um sich noch daran zu stören. An den Resten hat sich Krishan's Hund Kalou gelabt.

Tja, und so sind die Tage verflogen. Morgens den glorreichen Blick auf Palmen und Meer geniessen, dann etwas schwimmen und den Surfern zuschauen, wie sie sich aus der Welle heraus auf des Brett hieven. Dann Essen fassen, abwechselnd in einem Touri-Lokal oder in einem einfachen Rotti-Shop. Und dann wieder das Meer anschauen und dem Treiben der Surfer oder Fischer zusehen. Abends noch den Sonnenuntergang geniessen und sich von Krishan mit einem exotischen Fruchtsalat verwöhnen lassen.
Sonnenuntergang in Weligama
Ab und an haben wir einen Ausflug gemacht, z.B. zu Krishan's Großmutter in ein Dorf bei Galle oder wir sind mit anderen Surfern an einen anderen Strand gefahren, z.B. nach Weligama, wo das Meer eher für Surf-Anfänger geeignet ist.

Als Surf-Lehrer hat Krishan natürlich mehrfach versucht, mich zum Surfen zu überreden. Aber bei meinem einzigen Versuch mit Brett zu schwimmen, bin ich stängig nach rechts und links abgerutscht, vom Aufstehen im Wasser wollen wir gar nicht reden.

Zum Glück bin ich ein guter Schwimmer, ansonsten wäre ich im Wasser vor Habaraduwa bei der Strömung und dem Wellengang schon in arge Bedrängnis geraten. Das unversehrte Erreichen des Strandes war jedesmal eine Anstrengung nach der die Süßwasser-Dusche so richtig willkommen war. Immerhin hat Krishan jetzt fließend Wasser (kalt) aus der Leitung, so daß ich beim ständigen Duschen kein schlechtes Gewissen haben mußte.
Krishan macht Mixed Fruit Juice
Die Zeit mit Krishan war sehr schön. Ich kenne ihn jetzt schon 4 Jahre und obwohl er soviel jünger ist, verstehen wir uns doch sehr gut. Meine Umzugspläne in die USA hat er zunächst ganz gut aufgenommen. Erst viel später hat er aus heiterem Himmel gefragt, was dann aus uns wird. Und natürlich wollte er wissen, wann ich wieder nach Sri Lanka komme. Aber Pläne möchte ich momentan nicht machen. Der Abschied am Flughafen war ein Abschied auf unbestimmte Zeit.